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34. Teddy Award bei der Berlinale 2020

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DAS sind die Gewinner des queeren Filmpreises

Berlin- Teddy Award am 28. Februar 2020 in mitten im Epizentrum der Berliner Musik-, Fashion und kreativ Szene, sind in der Berliner Volksbühne der 34. Teddy Award im Rahmen der 70. Berliner Filmfestspiele verliehen. In sechs Kategorien wurden queere Filmschaffende mit den goldenen Teddy-Statuen ausgezeichnet.

 

Teddy Readers’ Award: „Futur drei“

 

Der bereits als bester deutscher Nachwuchsfilm ausgezeichnete Jugendfilm von Regisseur Faraz Shariat (26) feierte auf der Berlinale Weltpremiere. Der autobiografische Spielfilm erzählt von Parvis, dem Sohn zweier Exil-Iraner, der nach einem Ladendiebstahl Sozialstunden in einem Wohnprojekt für Flüchtlinge ableisten muss und sich dabei in Amon verliebt, der mit seiner Schwester Banafshe Arezu aus dem Iran geflüchtet ist.

Zu dritt erleben sie einen Sommer mit durchfeierten Nächten, der von der Erkenntnis geprägt ist, dass sie auf unterschiedliche Weise nicht in Deutschland zu Hause sind. Die Leser des LGBTQ-Portals queer.de bestimmten „Futur drei“ zum Gewinner des Readers‘ Awards.

 

Teddy Jury Award: „Rizi“

Rizi | Trailer | Berlinale Competition 2020

 

Der taiwanische Spielfilm von Tsai Ming-liang (62) schildert die erotische Begegnung zweier einsamer Männer. Die Hauptrollen in der Low-Budget-Produktion, die ohne Dialog auskommt, spielen Lee Kang-sheng und Anong Houngheuangsy. In seiner Dankesrede widmete Ming-liang den Preis der taiwanischen LGBTQ-Community, die gerade erst die Eheöffnung im asiatischen Land erkämpft hat.

 

Bester Kurzfilm: „Playback. Ensayo de una despedida“

PLAYBACK - ENSAYO DE UNA DESPEDIDA - Tráiler

 

Der Kurzfilm von Filmregisseurin Agustina Comedi (33) spielt im katholisch-konservativen Argentinien der späten 80er-Jahre, das von der Militärdiktatur geprägt ist. „La Delpi“, die einzige Überlebende einer Gruppe von Transgenderfrauen und Dragqueens, erzählt im Film davon, wie ihre Shows in Kellertheatern ihnen Halt im Kampf gegen Aids und Polizeigewalt gaben und dabei die Gemeinschaft stärkten.

 

Bester Dokumentarfilm: „Si c’était de l’amour“

Si c'était de l'amour - Patric Chiha (bande-annonce)

 

Der Film „Si c’était de l’amour“ („Wenn es Liebe wäre“) von Regisseur Patric Chiha (44) holte sich den Preis für den besten queeren Dokumentarfilm. Die Doku ist eine Techno-Party, die zum Rave wird, überflutet von sich wiederholenden Bewegungen, körperlichen und emotionalen Begegnungen zwischen 15 sexuell aufgeladenen Körpern. Das Kino wird zum Rave, zu einer Tanzdokumentation über eine berauschende, neonbeleuchtete, junge, internationale Gruppe, jenseits von Geschlechter-Klischees.

 

Activist Award: „Welcome to Chechnya“

 

Standing Ovations für den Aktivisten-Preis: „Welcome to Chechnya“. Der Film erzählt von der Verhaftungswelle tschetschenischer Behörden im Jahr 2017, bei der etliche Schwule, lesbische Frauen und bisexuelle Menschen in illegale Haftanstalten gebracht wurden und dort so lange gefoltert wurden, bis sie auch andere Homo- und Bisexuelle outeten.

Viele wurden brutal ermordet. Wer das Martyrium überstand, dem drohte nach der Freilassung der Ehrenmord durch die Familie. Die Regierung unter dem Horror-Despoten Ramsan Kadyrow (43) streitet bis heute jede Beteiligung ab. Seit den ersten Vorkommnissen helfen Aktivisten den Verfolgten, aus dem Land zu fliehen. Im Film begleitet der US-amerikanische Investigativjournalist und Regisseur David France (61) die Rettungsaktionen, schaffte so den ersten Dokumentarfilm über die Situation der LGBTQ-Community in der russischen Teilrepublik Tschetschenien.

 

Bester Spielfilm: „Futur drei“

Zum zweiten Mal an diesem Abend holte sich die Crew des Films „Futur drei“ einen goldenen Teddy, gewann auch in der Hauptkategorie „Bester Spielfilm“.

 

Der queere Filmpreis wird seit 1987 im Rahmen der Berlinale vergeben. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Förderverein TEDDY e.V/PSM.Media,29.02.2020, Foto: 34. Teddy Award bei der Berlinale 2020 © PSM.Media