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New Empathies- HARLEKING

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Tanzperformance von Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi

Berlin- New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinander-driftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr anderer-seits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit „New Empathies“ startet das Radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreographischen Arbeiten, Workshops und Gesprä-chen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.

Zum Auftakt zeigt das Künstlerinnenduo Enrico Ticconi und Ginevra Panzetti mit „HARLEKING“ und „EMPATIA – eight emphatic caprices“ zwei Arbeiten, die den Körper als Katalysator des menschlichen Er-lebens begreifen. Durch stetige Grenzverschiebung verflüssigen sie die Relationen zwischen Innen und Außen und lassen faszinierend-anmutige und zugleich grotesk-poröse Körper entstehen. Mit dem Konzertprojekt „Vollbild“ präsentiert das Splitter Orchester, der größte Klangkörper der Echtzeitmusikszene, eine speziell für das Ensemble entstandene und durch die Groteskenmalerei der Renaissance in-spirierte Komposition von Jean-Luc Guionnet zusammen mit einer neuen Gruppenimprovisation. Seit Jahren untersucht das Orchester erfolgreich Strategien zur kollektiven Organisation und Kooperation und kreiert dabei einen unverwechselbaren Sound, der Diversität und Spannungen im künstlerischen Prozess produktiv macht. Mit „Pillow Talk“ zeigt Begüm Erciyas eine immersive Performance, bei der das Publikum – verteilt auf einer hügeligen Landschaft – mit einemeiner virtuellen Partner*in in einen Dialog tritt.

 

 

New Empathies: HARLEKINGTanzperformance von Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi

Zum Auftakt der neuen Reihe „New Empathies“ im Radialsystem zeigt das Künstler*innenduo Enrico Ticconi und Ginevra Panzetti – das im April mit dem Arte Laguna Prize ausgezeichnet wurde – mit „HARLEKING“ und „EMPATIA – eight emphatic caprices“ zwei Arbeiten, die den Körper als Katalysator des menschlichen Erlebens begreifen.

Durch stetige Grenzverschiebung verflüssigen sie die Relationen zwischen Innen und Außen und lassen faszinierend-anmutige und zugleich grotesk-poröse Körper entstehen: ‚Harleking‘ ist ein Dämon mit mehreren Identitäten, dessen Körperausdruck an den Harlekin der Commedia dell‘Arte erinnert – einen listigen Diener, den ein unersätt-licher Hunger antreibt. Der ‚Harleking‘ kommuniziert mit hypnotischer Qualität, seine oft extremen und widersprüchlichen Inhalte fließen ineinander und bilden ein metamorphes System, in dem alles erlaubt ist. Es erinnert an Grotesken – Wanddekorationen aus der Antike –, in denen monströse Figuren auftauchen, die in elegante Spiralornamente übergehen: Figuren, die zwar amüsieren können, aber keine Freude entlocken.

„HARLEKING“ von Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi feierte im Juli 2018 im Rahmen des Open Spaces-Festival an der Tanzfabrik Berlin Uraufführung. Die Produktion wird vom europäischen Netzwerk AEROWAVES Twenty 19 für aufstrebende Tänzerinnen und Choreo-graphinnen unterstützt und 2019 bei verschiedenen Festivals in Italien, Frankreich und Deutschland gezeigt.

Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi arbeiten als Duo seit 2008 zu-sammen und leben in Berlin und Turin. Ihre künstlerische Recherche verbindet Tanz, Performance und Bildende Künste. Dabei beziehen sie sich auf die historisch gewachsene Verbindung von Kommunikation, Gewalt und Macht und nutzen Vorstellungswelten aus der Geschichte, um hybride Figuren und Bilder zwischen Vergangenheit und Gegen-wart zu schaffen. Beide Künstlerinnen haben ihren Abschluss an der Akademie der Künste in Rom gemacht und an der Stoà, der Schule für Bewegung und Philosophie in Cesena studiert. 2010 zogen sie nach Deutschland: Ginevra Panzetti studierte Medienkunst an der Hoch-schule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig, Enrico Ticconi Tanz und Choreographie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz (HZT) in Berlin. Darüber hinaus arbeitet Enrico Ticconi als Tänzer für Ensem-bles und Choreographinnen wie Kat Válastur, Dewey Dell, Lea Moro und Adam Linder. Ginevra Panzetti entwirft Schmuck für ihr eigenes Label Tegumenti.

 

New Empathies: VollbildKonzert mit dem Splitter Orchester„It is music inspired by visuals – and yet there is nothing so special to see! While the construction of the piece may first and foremost be spa-tial, the perception of it (the act of listening to it) remains acousmatic: listening in and from space.“ (Jean-Luc Guionnet)Ein klingender Raum, der sich raum-zeitlich entfaltet: Am Auftaktwo-chenende der neuen Reihe „New Empathies“ im Radialsystem präsen-tiert das Splitter Orchester, der größte Klangkörper der Echtzeitmusik-szene, mit dem Konzertprojekt „Vollbild“ eine speziell für das Ensemble entstandene Komposition von Jean-Luc Guionnet zusammen mit einer neuen Gruppenimprovisation. Seit Jahren untersucht das Orchester erfolgreich Strategien zur kollektiven Organisation und Kooperation und kreiert dabei einen unverwechselbaren Sound, der Diversität und Spannungen im künstlerischen Prozess verarbeitet.„Vollbild“ ist inspiriert von der Groteskenmalerei der Renaissance. Die häufig achsensymmetrisch angelegten Gemälde weisen bei genauerer Betrachtung eine Vielzahl an – bewusst gesetzten – Unregelmäßigkei-ten auf. Guionnet überträgt dieses Prinzip auf das Splitter Orchester und seine spezielle Klanglichkeit. Das Stück selbst folgt einem zweitei-ligen Aufbau: Sein zweiter Teil ist eine Wiederkehr des ersten, jedoch wie durch einen unzuverlässig-spiegelnden Filter gehört. Durch die starken Setzungen in Bezug auf Struktur, räumliche Anordnung – die Musiker*innen werden weitestmöglich voneinander entfernt platziert –und mögliche Interaktionen zwischen ihnen nimmt die Komposition deutlichen Einfluss auf den Klang des Orchesters und lässt das Ensem-ble in einer ungewöhnlichen Weise hörbar werden. In der anschließen-den Kollektivimprovisation wird das Splitter Orchester räumlich und klanglich Bezug auf „Vollbild“ nehmen und gleichzeitig einen eigenen, davon unabhängigen Klangkosmos erschaffen.

Das Splitter Orchester wurde 2010 als Zusammenschluss internatio-nal renommierter Composerinnen-Performerinnen mit Sitz in Berlin gegründet. Musikalisch von vielen Genres inspiriert findet sich der Ur-sprung des Splitter Orchesters in der Echtzeitmusikszene Berlins. Alle Mitglieder des Splitter Orchesters sind gleichzeitig Komponistinnen, Interpretinnen und Improvisationsmusikerinnen und entgehen damit jeglicher klar umgrenzter Klassifikation – sie verwenden eine große Bandbreite an erweiterten Spieltechniken an traditionellen, elektroni-schen oder eigens hergestellten Instrumenten. Der Fokus der künst-lerischen Praxis liegt auf der Produktion von Klang und seiner Vertei-lung im Raum. Das Splitter Orchester ist kein homogener Klangkörper, sondern besteht aus einer Vielzahl autonomer und hochspezialisierter Composerinnen-Performer*innen, die sich bewusst dafür entschieden haben, nicht in einem institutionellen Rahmen zu arbeiten und damit existierende Hierarchien des Musikbetriebes in Frage zu stellen.

 

Termine der Reihe New EmpathiesHARLEKING

Performance von Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi

01 06 2019 20 Uhr 02 06 2019 18 UhrEMPATIA – eight emphatic caprices Video von Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi

01 06 2019 ab 18 Uhr

02 06 2019 ab 16 Uhr

VollbildKonzert mit dem Splitter Orchester

02 06 2019 19 Uhr

Karten können Sie online unter www.radialsystem.de

oder im Ticketbüro des Radialsystems erwerben.

Öffnungszeiten TicketbüroMo – Fr von 10 bis 19 Uhr sowie

Sa von 12 bis 19 Uhr sowie 1 Std. vor

Vorstellungsbeginn.Telefonische Kartenreservierung unter +49 (0) 30 288 788 588

Radialsystem

Holzmarktstr. 33, 10243 Berlin

 

Quelle: © 2019 Radialsystem Gmb, 07.05.2019, Foto: HARLEKING (c) Dieter Hartwig

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