Luther, Bach – und die Juden bis 01.05.2018

Veröffentlicht von

Frühjahrsausstellung

des Bachhauses Eisenach im Berliner Dom,

8.März – 1.Mai 2018

Berlin- Der große Johann Sebastian Bachs ist im Berliner Dom allgegenwärtig – durch seine Kantaten, Oratorien und Orgelkompositionen. Einmal im Jahr zeigt zudem das Bachhaus Eisenach eine Frühjahrsausstellung über den Komponisten im Kaiserflur des Berliner Domes. Nach Bachs Passionen 2013, Echt Bach!, Bach und Berlin, die Frauen, Bach und Luther widmet sich die Ausstellung in diesem Jahr einem heiklen Thema: Luther, Bach – und die Juden.

Martin Luther hatte 1543 dazu aufgerufen, die Synagogen der Juden zu verbrennen und sie aus dem Land zu treiben. Heute bewertet die Evangelische Kirche Luthers antijüdische Schriften als „Dokumente der Schande“. Doch Luthers theologisch begründeter Judenhass und sein Aufruf zur Gewalt an Juden blieben über Jahrhunderte in den Gebieten der Reformation wirksam. So finden sich beispielsweise auch in Bachs persönlicher „Theologischer Bibliothek“ Schriften, welche die – nach Luther – „ewige Verdammnis“ der Juden thematisieren.

Die Ausstellung ‚Luther, Bach und die Juden‘ im Berliner Dom beschäftigt sich mit eben jenen berüchtigten antijüdischen Schriften Luthers. Auch geht sie der Frage nach, inwieweit Bachs Kirchenmusik hiervon beeinflusst war: Wurde er in seinen Passionsmusiken gar selbst, wie manche gemeint haben, zum „gewaltigen Gestalter lutherischer Judenpolemik“? Interessant ist auch die Frage welche positive Rolle das Judentum für Bachs Musik spielte? Welchen Einfluss hatten z.B. die Bach-Liebe und Bachpflege des bürgerlichen Berliner Judentums darauf, dass Bachs Musik im 19. Jahrhundert eine Renaissance erlebte?

 

Quelle: OBERPFARR- UND DOMKIRCHE ZU BERLIN, Am Lustgarten- Foto: Dom Koppel